Bericht/Bilder: Lothar Faltenbach

Die Kreishandwerkerschaft Hochfranken zeichnet Unternehmer mit dem Goldenen Meisterbrief aus. Sie sind seit mindestens 30 Jahren selbstständig in ihren Betrieben tätig.

Das Ansehen des Handwerks ist weiter gestiegen. Mit dieser Feststellung und einem Zitat des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger, der diesen Wirtschaftszweig als "neue High Society der Gesellschaft" bezeichnete, würdigte Thomas Zimmer, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, die Lebensleistung der 18 erfahrenen Meister. Sie waren zur Verleihung des Goldenen Meisterbriefs aus den Landkreisen Hof und Wunsiedel gekommen. Im feierlichen Rahmen des Restaurants "Zum Kreuzstein" in Hof eröffnete der Pianist Stefan Pohl den Festakt am Flügel.

In seiner Festrede lobte Zimmer das jahrzehntelange Engagement der "goldenen" Meister und nannte sie Stützen der Wirtschaft. "Ohne ihre jahrelange engagierte und aufrichtige Arbeit wäre die Gesellschaft nicht da, wo wir heute sind", bekräftigte der Handwerkskammer-Präsident seine Forderung für den Erhalt des Qualifikationssystems. "Wir brauchen Handwerksmeister, um die Zukunft der Branche und der gesamten Wirtschaft besser gestalten zu können", betonte Thomas Zimmer. Er richtete sich an die erfahrenen Handwerksmeister im Festsaal und blickte auf deren anerkennenswerte Lebensleistung zurück: "Sie alle haben das 65. Lebensjahr erreicht und Ihren Betrieb viele Jahre souverän durch Höhen und Tiefen geführt, Veränderungen bewältigt und Zukunft gestaltet." Insbesondere wenn es um gezielte Nachwuchsförderung gehe, sei der "Meistertitel das Kernstück unserer dualen Ausbildung, um die uns weltweit viele Länder beneiden".

Zusammen mit Kreishandwerksmeister Christian Herpich und Torsten Leucht, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, überreichte der Präsident die Goldenen Meisterbriefe. "Sie haben Arbeitsplätze geschaffen und junge Menschen auf ihr Berufsleben vorbereitet", sagte Zimmer. Nachwuchs zu gewinnen, sei zurzeit die größte Herausforderung. "95 Prozent aller Ausbildungsverträge werden in Meisterbetrieben geschlossen", betonte Zimmer und verwies gleichzeitig auf "alarmierende Zahlen", die sich vor dem Hintergrund des bevorstehenden Nachwuchskräftemangels entwickelten. "Wir müssen alles unternehmen, um die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung in die Köpfe von Schülern und deren Eltern zu bringen", betonte Zimmer. Christian Herpich erinnerte daran, dass 40 Prozent der Betriebsinhaber älter als 56 Jahre seien, "wir brauchen in den nächsten 15 Jahren qualifizierte Nachfolger."

Nur wer bereits 30 Jahre ununterbrochene selbstständige Tätigkeit vorweisen kann, werde mit dem Goldenen Meistertitel ausgezeichnet, betonte Christian Herpich in seiner Ansprache. Wie sehr die neuen "goldenen" Meister mit ihren Berufen verbunden sind, zeige sich an den alten Riten und Traditionen der Handwerkskammer, die auch bei der Verleihung der Meisterbriefe zutage treten. "Erst kommt ein Trinkspruch, dann der Schluck aus dem Kelch, und erst danach erhalten Sie Ihre Urkunde", erklärte Herpich, bevor er die Ehrendokumente überreichte. Passend zu ihren Berufen hatten viele Jubilare einen traditionellen Spruch ihrer jeweiligen Profession parat und sorgten so bei den Anwesenden für nachdenkliche, aber auch lustige Momente. Mit Stolz verwies der Kreishandwerksmeister auf gelebte Traditionen, die in vielen oberfränkischen Betrieben eine große Rolle spielen würden.

Nach Grußworten des Landtagsabgeordneten Klaus Adelt, des Hofer Oberbürgermeisters Harald Fichtner, des Hofer Landrats Oliver Bär und Johanne Arzberger als Vertreterin des Wunsiedler Landkreises, beglückwünschte Dekan Günther Saalfrank die frischgebackenen "goldenen" Meister und ging auf die Zusammenarbeit von Kirche und Handwerk ein. "Martin Luther bezeichnet die Arbeit der Handwerker als Gottesdienst im Alltag", zitierte der Dekan Luther.

 

Die Goldenen Meister

Werner Bischof, Helmbrechts (Heizungsbauer), Jürgen Brandler, Marxgrün (Bäcker), Johannes Frank, Naila (Dachdecker), Robert Fuhrmann, Rehau (Maschinenbau), Kurt Gintenreiter, Wunsiedel (Bodenleger), Horst Herold, Höchstädt (Schreiner), Eberhard Kreil, Konradsreuth, (Zimmerer), Edgar Müller, Weißenstadt (Kälteanlagenbauer), Günter Rußner, Hof (Klempner), Reinhard Ruth, Feilitzsch (Radio- und Fernsehtechniker), Michael Schnabel, Marktredwitz (Zahntechniker), Horst Schwenk, Selb, (Radio- und Fernsehtechniker), Carl Rudolf Sievert, Marktredwitz (Diplom-Ingenieur), Roland Tejkl, Döhlau (Maurer, Betonbauer), Arthur Weber, Schwarzenbach am Wald (Bäcker), Helmut Wülferth, Konradsreuth (Schreiner), Rudolf Zimmermann, Münchberg, (Gas- und Wasserinstallateur), Werner Ebert, Hof (Zahntechniker).

Weiter Eindrücke der Feier:

 

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